NEWS · 2. Oktober 2026
Amazon EEA: 10 Europa-Shops kostenlos – USt und EPR klärt der Händler
Mit dem European Expansion Accelerator listet Amazon Produkte kostenlos in bis zu zehn europäischen Shops, laut Amazon in weniger als drei Werktagen. Das Tool gibt es seit April 2023. Umsatzsteuer, EPR-Registrierungen und Produktkonformität bleiben Sache der Verkäufer.
Seit 2023 verfügbar, heute zehn Shops
Amazon hat den European Expansion Accelerator (EEA) am 18. April 2023 vorgestellt, zunächst für neun Shops. Heute nennt Amazon zehn: Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Schweden, Polen, Belgien und Irland. Das Tool ist kostenlos und steht professionellen Verkäufern offen, die mindestens ein aktives Amazon-Konto in Europa haben. Laut Amazons Leitfaden liegt es in Seller Central unter Inventory → Sell Globally. Amazon spricht von zwei Klicks und verspricht den Abschluss in weniger als drei Werktagen.
Nach dem Start richtet das Tool das Konto im jeweiligen Zielshop ein, übersetzt die Produktseiten über Build International Listings, legt die Angebote an und setzt die Preise: Quellpreis, angepasst an Umsatzsteuer, Gebühren und Wechselkurs. Für FBM-Angebote übernimmt es die Versandvorlage, FBA-Angebote nimmt es in FBA oder Pan-EU-FBA auf.
Was das Tool nicht übernimmt
Für die Umsatzsteuer ist laut Amazon allein der Verkäufer verantwortlich. Manche Shops lassen sich erst wählen, wenn eine lokale USt-IdNr. oder eine OSS-Registrierung hinterlegt ist. Auch EPR deckt das Tool nicht ab: In Deutschland verlangt Amazon für Verpackungen die LUCID-Registrierungsnummer, in Frankreich eindeutige Identifikationsnummern (UIN). Fehlen sie, kann Amazon Angebote deaktivieren. Zulassungspflichtige Produkte sowie schwere und sperrige Artikel bleiben außen vor. FBM-Angebote starten inaktiv, das Zielkonto steht im Urlaubsmodus, bis der Händler sie prüft und freischaltet. Für FBM gilt außerdem: nur eine Versandvorlage und mindestens eine FBM-Bestellung in das Zielland in den letzten zwölf Monaten.
Was Verkäufer jetzt tun sollten
Verkäufer sollten vor dem Klick für jedes Zielland Umsatzsteuer und EPR klären und danach die maschinellen Übersetzungen sowie die berechneten Preise prüfen. Wer selbst versendet, muss zudem festlegen, von wo die Pakete in die neuen Länder gehen.
TREEBERG in Nordhorn bereitet Ware für Amazon FBA vor und versendet FBM-Bestellungen mit DHL, UPS und DPD in über 20 Länder; was bis 11 Uhr eingeht, verlässt das Lager in Deutschland am selben Tag. Da diese Pakete innerhalb der EU starten, fällt für sie der seit 1. Juli 2026 geltende EU-Zoll von 3 € je Warenposition auf Sendungen bis 150 € aus Drittländern nicht an.